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Wie steht es um die Altersvorsorge der Frauen?

Viele Schweizerinnen sorgen sich um ihren Lebensunterhalt in der Pensionierung. Zu Recht? Leider ja, denn laut Bundesamt für Statistik lag der Gender Pension Gap – also die Differenz der durchschnittlichen Renten zwischen Männern und Frauen – im Jahr 2022 bei 30,8 Prozent. Frauen erhalten in der Schweiz demnach knapp ein Drittel weniger Rente als Männer.

Massgeblich hierfür sind vor allem die zweite und die dritte Säule, die sich für Frauen schnell negativ auf die Rentenbeträge auswirken können. So arbeiten Frauen wesentlich häufiger in Teilzeit oder verlängern ihre Babypause. In der Regel verfügen sie auch privat über ein geringeres Vermögen und sparen daher seltener in den Säulen 3a und 3b. Auch die Erwerbsbiografien der Frauen unterscheiden sich oft von denen der Männer. Sorgen sie sich dann nicht um ihre Absicherung im Alter, kann das schnell zu einer Vorsorgelücke führen.

Warum Frauen und Männer unterschiedlich abgesichert sind

Das 3-Säulen-System der Schweiz sichert zwar umfassend ab, bietet jedoch auch direkt drei Fallstricke, die sich negativ auf die Altersvorsorge auswirken können. Denn sobald die Schweizerinnen und Schweizer eine Karrierepause einlegen oder in Teilzeit arbeiten, wirkt sich das auf alle drei Säulen aus. Am häufigsten ist die weibliche Altersvorsorge davon betroffen.

Dabei ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern in der AHV-Rente noch am geringsten und beträgt im Durchschnitt gerade einmal drei Prozent, die Männer am Ende mehr beziehen. Ganz anders ist das bei der zweiten Säule: Denn nur knapp die Hälfte der Schweizerinnen bezieht überhaupt Renten aus der beruflichen Vorsorge. Nur wer arbeitet und dabei mehr als 22 680 Franken (Stand 2025) jährlich pro Arbeitsverhältnis verdient, zahlt grundsätzlich in die Pensionskasse ein. Häufig erreichen Frauen durch Teilzeitbeschäftigung oder unbezahlte Care-Arbeit – also die Betreuung von Kindern, Familienmitgliedern, Sorge um den Haushalt und Ähnliches – diese Schwelle nicht. Gelingt ihnen das trotzdem, fällt die Auszahlung der Pensionskasse immer noch durchschnittlich 44 Prozent geringer als bei den Männern aus.

Wie Frauen ihre Vorsorgelücke erkennen und schliessen

Um gut abgesichert zu sein, sollten Frauen unabhängig von ihrem Familienstand frühzeitig alle drei Säulen des Rentensystems prüfen. Nur so lässt sich ein umfassender Überblick erlangen und bei Bedarf vorsorgen.

Fordern Sie von der AHV-Ausgleichskasse regelmässig einen sogenannten IK-Auszug an. So erfahren Sie auch, ob hier schon eine Vorsorgelücke entsteht – beispielsweise durch einen verlängerten Mutterschaftsurlaub. Für jedes fehlende Beitragsjahr wird Ihnen die AHV-Rente lebenslänglich um 2,3 Prozent (resp. 1/44) gekürzt. Diesen fehlenden Beitrag können Sie unter Umständen mit einer Frist von fünf Jahren nachzahlen. Alle darüber hinaus entdeckten Differenzen müssen Sie durch einen anderweitigen Vermögensaufbau abdecken. Eine Alternative zum IK-Auszug bildet die AHV-Rentenvorausberechnung, welche Ihnen konkret beantwortet, wie hoch die Rente sein könnte. Die Rentenvorausberechnung macht im Rahmen einer Pensionierungsplanung Sinn – nach Alter 40 ist sie kostenlos.

Schwerer wird der Ausgleich der zweiten Säule, deren Lücke ungleich grösser ausfallen kann. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, die voraussichtlichen Leistungen der Pensionskasse durch den Versicherungsausweis zu erfragen. Was hier fehlt, kann durch einen Vermögensaufbau der dritten Säule oder Einkäufe in die Pensionskasse aufgefangen werden. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten. Denn in die Säule 3a können Sie beispielsweise nur einzahlen, wenn Sie ein AHV-pflichtiges Einkommen haben. Dazu ist der Betrag, der in die Säule 3a einbezahlt werden kann, steuerlich begrenzt (beispielsweise können Personen mit einem Pensionskassenanschluss maximal 7258 Franken – Stand 2025 – einzahlen). Es lohnt sich auch, Optionen der Säule 3b in Betracht zu ziehen, um über alle Lebenssituationen hinweg finanziell vorzusorgen. Unter Säule 3b werden unter anderem Lebensversicherungen oder auch Sparpläne verstanden.

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Warum Frauen ihre Altersvorsorge langfristig planen sollten

Die meisten Schweizerinnen werden im Rentenalter weniger Geld zur Verfügung haben als ihre männlichen Partner, Freunde oder ehemaligen Kollegen. Aus diesem Grund sollten Frauen immer realistisch und frühzeitig mit der Vorsorgeplanung starten. Wie viel Einnahmen und Ausgaben können Sie in der Pensionierung erwarten? Sind Pausen oder Teilzeitarbeit auf Ihrem Karriereweg denkbar? Wie steht es ausserhalb der Ehe oder der Beziehung um die eigenen Finanzen?

Nur wer frühzeitig plant, kann die Lücken in der ersten und der zweiten Säule nachzahlen oder ein Vermögen mit der dritten Säule aufbauen. Denn die Realität entwickelt sich manches Mal anders als die Vorstellung. Die meisten Schweizerinnen lassen sich in ihren 40ern scheiden und dann kann es mitunter schwer sein, für das Alter genügend vorzusorgen. So ist jede vierte Rentnerin in der Schweiz leider auf Ergänzungsleistungen der AHV angewiesen.

Sind Sie berufstätig, sollten Sie sich nicht scheuen, möglichst früh damit zu beginnen, in die Säule 3a einzuzahlen. Als Arbeitnehmerin mit einer Pensionskasse können Sie jährlich bis zu 7258 Franken (Stand 2025) einzahlen. Passen Sie die Summe an, wenn ein Karriereaufstieg ansteht. So sorgen Sie für die Pensionierung vor, ohne Einbussen im Alltag zu haben.

Fazit

Die Erwerbsbiografien von Frauen unterscheiden sich in der Regel von denen der Männer. Daher sollten sich Frauen intensiver mit ihrer Altersvorsorge beschäftigen. Laut des Reports des ÃÛ¶¹ÊÓƵ Chief Investment Office (CIO) von 2022 ist sich die Hälfte der Befragten dessen auch bewusst. Der Trend in die richtige Richtung lässt sich bereits erkennen und immer mehr Frauen kümmern sich vermehrt um ihre Finanzen. Sie planen ihr Budget im Rentenalter und schliessen ihre Vorsorgelücke unabhängig vom Partner.

Erste Studien zeigen, dass Frauen hierbei sogar erfolgreicher sein können als Männer. Denn sie sind meist nicht so risikoaffin und planen langfristiger. Auch nachhaltiges Investieren ist vielen Frauen sehr wichtig. Ist der erste Schritt getan, stehen die Chancen also gut, dass Sie für das Alter ausreichend abgesichert sind.

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