Die Geschichte von José Lopez, 46, liest sich beinahe so wie die sprichwörtliche Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär: Schon als Kind war er von der IT-Welt fasziniert, mit zwölf Jahren begann er zu programmieren. «Ich war ein richtiger Nerd», sagt er von sich selbst. Er hätte gern Informatik studiert, doch seine Eltern, die aus Spanien und Italien in die Schweiz eingewandert waren, konnten es sich nicht leisten, ihm ein Studium zu finanzieren. Lopez sagte sich: Ich gehe meinen Weg trotzdem. Gesagt, getan: 1996, mit 18 Jahren, gründete er seine eigene Firma, JMC Software, einen Anbieter für digitale Plattformlösungen und Managed IT Services. Der erste Firmensitz war ein kleiner Bastelraum ohne Tageslicht. Bis 2002 arbeitete er parallel als Entwickler in einem Unternehmen, kündigte dann seinen Job und setzte vollständig auf die Selbstständigkeit. «Zu der Zeit erlebte die IT-Branche einen regelrechten Boom, also nutzte ich meine Chance», erinnert sich Lopez.

Wer wagt, gewinnt

Mit viel Biss und einem guten Gespür für den Markt arbeitete er die ersten fünf Jahre fast pausenlos. 2005 konnte er erstmals ein richtiges Büro beziehen, und mit dem ersten Grossauftrag kamen auch zwei Mitarbeitende hinzu. Seine Geschäftsidee verfolgte er eisern: «Es ist mein Anspruch, die Kundinnen und Kunden von A bis Z zu begleiten», sagt José Lopez. Sein Angebot beinhaltete schon damals nicht nur die Programmierung, sondern auch umfassende Betriebsdienstleistungen – Systemwartung, Support und Fehlerbehebung, Updates und Back-up-Dienstleistungen –, ein Konzept, das bis heute nur wenige Firmen anbieten. 2008 wandelte José Lopez JMC Software in eine Aktiengesellschaft um. Die Geschäfte liefen gut und die Anzahl der Mitarbeitenden stieg kontinuierlich. In den Folgejahren hat sich JMC Software zu einem führenden Anbieter im Bereich Softwareentwicklung und Systemintegration in der Schweiz entwickelt.

Ãœberraschende Wendung

2022 beschäftigte die Firma 50 Leute. «Ich habe sehr viele langjährige Mitarbeitende. Der Erfolg der Firma ist weitgehend diesem herausragenden Team zu verdanken», sagt José Lopez. Die erreichte Firmengrösse war aber auch ein Wendepunkt, den Lopez folgendermassen beschreibt: «Ab 40, 50 Mitarbeitenden ist die Schwelle, alles allein managen zu können, überschritten», sagt er. In dieser Phase steht ein Unternehmen oft vor der Entscheidung, ob es weiter expandieren soll, was zusätzliche Ressourcen und Kapital erfordert. Lopez, der sich nie hatte vorstellen können, sich vorzeitig von seinem Lebenswerk zu trennen, sah sich plötzlich mit der Notwendigkeit konfrontiert, über die Nachfolge nachzudenken. Er wandte sich an seinen Kundenberater bei ÃÛ¶¹ÊÓƵ. «Ich habe schon beim Kauf meines Eigenheims mit ÃÛ¶¹ÊÓƵ zusammengearbeitet, dadurch ist ein Vertrauensverhältnis entstanden», sagt er. Sein Kundenberater stellte ihm für die Nachfolge drei Möglichkeiten in Aussicht: Weiterwachsen mit Fremdkapital, die Gründung eines Family Office oder die Integration in eine Firmengruppe. Nach dem Abwägen aller Vor- und Nachteile stand fest, dass ein Verkauf der beste Weg war. So begann ÃÛ¶¹ÊÓƵ, nach passenden Interessenten zu suchen.

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Verkauf an Convotis – den «grossen Bruder»

José Lopez hatte klare Verkaufsbedingungen und Anforderungen an den Käufer: Geschäftsleitung und Verwaltungsrat sollen in der Schweiz bleiben, er will Mitspracherecht bei den Schweizer Aktivitäten und seine Familie soll finanziell abgesichert sein. Nach einem mehrmonatigen Auswahlprozess war klar: JMC wird Teil von Convotis, einem global tätigen IT-Dienstleister. Warum Convotis? José Lopez erklärt: «Convotis ist wie der grosse Bruder; mit sehr ähnlichen IT-Services und unternehmerischen Mindsets, einfach grösser und weiter, als wir damals waren.»

Eröffnung neuer Möglichkeiten

Mit der Integration wurde JMC zum Kern von Convotis Schweiz, formiert aus dem ehemaligen JMC-Team. José Lopez blieb CEO von Convotis Schweiz und übernahm zusätzlich die Rolle des Group Chief Digital Officer. «Alles, was mir versprochen wurde, hat sich bewahrheitet», sagt er. Als eine der ersten Amtshandlungen im neuen Setting half José Lopez beim Aufbau einer Convotis-Niederlassung in Spanien. Die grösste mit dem Verkauf einhergehende Veränderung sieht Lopez vor allem als Gewinn: «Ich habe fast 30 Jahre lang alles allein entschieden. Plötzlich musste ich mich abstimmen und den Dialog suchen. Eine Umgewöhnung», sagt er. «Dafür kann ich mich austauschen und wichtige Entscheidungen spiegeln. Das empfinde ich als sehr bereichernd.»

Die enge Zusammenarbeit mit ÃÛ¶¹ÊÓƵ sowie die fundierte Expertise des ÃÛ¶¹ÊÓƵ-Teams hat es mir ermöglicht, eine Nachfolgelösung zu finden, die meinen Vorstellungen entspricht. Mein Lebenswerk wie auch meine Familie sind nun langfristig abgesichert.

Nachwuchs zu jung für Übernahme

Hand aufs Herz – hätte es der zweifache Vater nicht gern gesehen, wenn eines seiner Kinder dereinst die Firma übernommen hätte? «Natürlich wäre es eine schöne Option gewesen», sagt Lopez offen. Umso mehr, weil die Familie eine sehr grosse Rolle in seinem Leben spielt und auch seine beruflichen Pläne stets mitgetragen hat. «Ich bin meiner Frau überaus dankbar, wie sehr sie sich um die Familie gekümmert hat, als ich so stark eingespannt war», sagt José Lopez. Zum Zeitpunkt, als der Entscheid anstand und sich der nächste Schritt abzeichnete, waren die Kinder aber noch zu jung. Heute ist seine Tochter 19 Jahre alt und studiert im Bereich Betriebswirtschaft und Recht, der 17-jährige Sohn schlägt die Richtung des Vaters ein und wird Informatik studieren. «Ich bin nach wie vor Aktionär und Verwaltungsrat, die Kinder können jederzeit einsteigen. Wenn mein Sohn bei Convotis Erfahrungen sammeln möchte, wäre es mir eine Freude.» Und er ergänzt: «Und wenn er einen anderen Weg wählt, finde ich das ebenfalls gut. Ich vertraue darauf, dass die beiden die für sie richtige Entscheidung treffen.»

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Einer, der nicht still sitzen wird

Nach 30 Arbeitsjahren, wenn viele Entrepreneurinnen und Entrepreneure dem verdienten Ruhestand entgegensehen, steht José Lopez noch immer mittendrin. «Ich war während meines gesamten Berufslebens der Jüngste – bei meinem ersten Job und als selbstständiger Unternehmer», sagt er. «Das hat damit zu tun, dass ich so früh mit dem Unternehmertum begonnen habe.» Kann er sich überhaupt vorstellen, irgendwann aufzuhören? «In den nächsten Jahren werde ich die Wachstumsstrategie von Convotis weiter unterstützen, um den Konzern als den führenden IT-Full-Service-Anbieter in Europa zu etablieren», sagt er. «Aber ja, irgendwann werde auch ich aufhören. Vielleicht kann ich dann meinen Kindern mit Tipps zur Seite stehen, sollten sie einmal ihre eigene Firma gründen wollen.» Bis dahin kann noch vieles passieren, und José Lopez hat mehr als einmal bewiesen, dass er bereit ist, Chancen, die sich ergeben, zu ergreifen. Was sicher ist: Stillstehen ist für ihn keine Option. Echte Unternehmerinnen und Unternehmer hören nie wirklich auf – sie erfinden sich einfach immer wieder neu.

Ãœber die Convotis AG

Die Convotis AG ist eine international agierende IT-Dienstleisterin mit einem breiten Spektrum an Lösungen in den Bereichen IT-Services, digitale Transformation und Managed Services. Das Unternehmen unterstützt seine Kundinnen und Kunden dabei, digitale Technologien effizient zu nutzen, und bietet massgeschneiderte IT-Lösungen an, die sowohl mittelständischen als auch grossen Unternehmen helfen, ihre Geschäftsprozesse zu optimieren. Mit einer starken Präsenz in der Schweiz positioniert sich die Convotis AG als führende Anbieterin für IT- und Softwarelösungen. Das Unternehmen ist in neun Ländern an 27 Standorten vertreten und beschäftigt über 1000 Mitarbeitende.

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